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Techno-Classica: Ein Klassiker feiert Geburtstag

Verantwortlicher Autor: Erich Hein Essen, 03.04.2018, 18:08 Uhr
Presse-Ressort von: Erich Hein Bericht 5121x gelesen
Techno-Classica in Essen
Techno-Classica in Essen  Bild: Erich Hein

Essen [ENA] Die automobile Weltausstellung Techno-Classica Essen ist Vorreiter und Vorbild vieler Oldtimer-Ausstellungen. Vom 21. bis 25. März feierte die größte Messe ihrer Art das 30. Jubiläum. Im Februar 1989 gestartet, ist der erste bedeutender deutsche Auto- Salon bis heute oft kopiert, aber nie erreicht.

Denn durch regelmäßige Modellpflege-Maßnahmen konnte die Techno-Classica ihre Vorreiter-Rolle halten und bis heute noch ausbauen. Ihr Erfolgsrezept: Immer das neueste aus der internationalen Szene als Auslese des Besten aus allen Gebieten des Klassik- Hobbys den Besuchern zu präsentieren. Hier trifft sich die Crème de la Crème der internationalen Klassik- Händler, die ihre Prestige-Automobile im überwiegend Hochpreis-Segment gekonnt in Szene setzten.

Über 1250 Aussteller aus über 30 Nationen, die wichtigsten internationalen Auto- Hersteller nutzen die Messe als Plattform um ihre historisch- und seltene Exponate an ihren Ständen zu integrieren und die Begeisterung der Besucher mit einem Kaufvertrag zu krönen. Essen wäre nicht Essen wenn es keine Sonderschauen und spektakuläre Präsentationen gäbe. Zum Jubiläum wurde dem Besucher eine Sonderausstellung der Weltklasse geboten. Anlässlich des 95-jährigen Bestehens der „24 Stunden von Le Mans“ zeigte man sieben Rennwagen wie den Porsche 911 RSR, Sauber- Mercedes C9 und BMW V12 LMR die zu den absoluten automobilhistorischen Leckerbissen gehören.

Die 24-Stunden von Le Mans, der gut dreizehn Kilometer langen Highspeedkurs im Nordwesten Frankreichs, der zu fast 85% mit Vollgas gefahren wird strahlt noch heute eine ungebrochene Faszination aus. Mit einer vielfachen Palette an repräsentativen und interessanten Ständen warteten die Traditionsbetriebe der Autoindustrie auf. Bei Porsche feierte man natürlich die nun 70 Jahre Sportwagen-Bau, die mit dem 356 im Jahr 1948 begann. Für Technikfreunde besonders interessant das Schnittmodell des Porsches Boxsters.

Ein aktuelles Thema griff die Autostadt, wie immer mit einem großen Stand vertreten, auf, nämlich Antriebskonzepte. Fast alle Technologien aus dem eigenen Marken- Arsenal wurden demonstriert, wie ein VW- Bus mit Gasturbine, ein Bugatti mit Elektromotor, ein Audi-Kombi mit Hybridtechnik und ein Golf mit Dieselmotor. Freude am Fahren, das Motto bei Volkswagen. Am gekonnt aufgemachten Stand konnte man interessante VW- Cabriolets im Prototypenstadium begutachten. VW Jetta, VW 411, VW 1500 und Karmann- Chia Typ 34 begeisterten und so manchen Kaufinteressent hätte dort gerne zugeschlagen.

Bei Audi stand der jetzt fünfzigjährige Audi 100 im Fokus. Die Ingolstädter brachten auch einen der legendären Auto Union Rennwagen Typ D Gran Prix mit zur Messe, ein Modell das 1938 mit seinem v12- Mittelmotor Furore machte. Mit einem imposanten und wie immer gut durchdachten Konzept erstrahlte die Halle 1 im Zeichen des Sterns. Mercedes- Benz nahm die neue G-Klasse zum Anlass auf fast 40 Jahre Geländewagengeschichte zurückzublicken. Gefeiert wurde auch bei Ford und BMW: Ford beging den 50zigen Geburtstag des Ford Escort und Ford RS. Bei BMW M 1den 40zigsten mit einen Strassen- und Rennexemplar und dem 50zigsten der E9- Coupès .

Wer bei Opel vorbeischaute wurde enttäuscht. Gerade mal drei Autos der Alt-Opel-Vereinigung standen einsam und verloren in Halle 2. Markenpflege trotz Übernahme durch Peugeot; Tradition sollte, jetzt erst recht, gepflegt werden. Neben den traditionellen Klassikern wurden auch sogenannte „Exoten“ gesichtet. Bei Steenbuck stand ein skurriler Banjo GT von 1970, ausgerüstet mit einem V8- Motor von 4660 cm3 Hubraum, einer von 10 bis 15 gebauten Fahrzeugen. Auch einer von nur sieben gebauten Veritas C90 Scorpion von 1950, sowie ein Panther Rio, gebaut zwischen 1975 und 1977, deren Basis damals der Triumph Dolomite, dessen Karosserie entfernt und durch eine Aluminium- Haut ersetzt wurde, 36 mal verkauft und teuerer wie ein Mercedes- Benz 350 SE.

Zu den bei der Techno-Classica gepflegten Traditionen zählt ein Concours`d Èlegance, bei dem die schönsten, elegantesten und attraktivsten Händler-Klassiker durch eine internationale Jury aus Experten und Fachjournalisten gekürt wird. Auch die jährliche Coys-Auktion, bei der regelmäßig über 80 Sammlerautomobile unter den Hammer kommen gehört dazu. Nicht wegzudenken sind die rund 200 ausstellende Klassiker- Clubs und Interessengemeinschaften, die mit ihrer Kreativität und Engagement einer der Eckpfeiler der Techno-Classica darstellen.Konzept ergänzend, die vielfältigen Angebote von Resttaurationsbetrieben, Zuliefer-Betrieben, Ersatzteilhändlern, Literatur und Accessoires- Verkäufern.

Auffallend, die Grenze zwischen Klassiker und Neuwagen wird immer durchlässiger. So wurden die letzten gebauten Land Rover und die Mercedes G- Klasse direkt zu Klassikern. Genauso erlebt man dies bei den PS- Protzen, wie Ferrari, Lamborghini und Porsche.Daher sah man auch in Essen viele relativ junge Fahrzeuge, die die alten Vorkriegsautos immer mehr an den Rand drängen.

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